Caritas Dortmund

Kunst kann Wunden heilen

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Atikur Rahmann wurde in seinem Heimatland Bangladesch bedroht. Über Umwege kam der 34-Jährige nach Deutschland und stellte hier einen Asylantrag. Was folgte, war ein Tauziehen um seinen Aufenthaltsstatus. Bis das Bundesamt für Klarheit sorgte, lebte er sogar im Kirchenasyl. Dort wurde Atikur Rahmann die Zeit lang. Unter Anleitung der Künstlerin Bettina Brökelschen wagte er die ersten Schritte im Malen. Und er entwickelte sich – künstlerisch und beruflich. Am Berufskolleg in Unna erhielt er den Schulabschluss nach Klasse 10 und strebte anschließend eine Ausbildung als Altenpfleger an.

Und hier kommt die Caritas Dortmund ins Spiel. Denn Gabriele Pargmann, eine Ehrenamtliche, die ihn schon aus seiner Zeit im Kirchenasyl kannte, fragte bei Flüchtlingsberater Meinolf Steinhofer nach Ausbildungsplätzen im Bereich Altenpflege. Dieser nannte Ansprechpartner (nicht nur) bei der Caritas – und es klappte. Atikur fand tatsächlich einen Ausbildungsplatz beim Caritasverband Dortmund. Nicht nur das – er hat nun auch eine eigene Wohnung.

Auch künstlerisch gibt es Fortschritte. Der Mut wächst und die Bilder werden größer. Und er zeigt seine Bilder. Die erste öffentliche Ausstellung war bereits 2016 im Berufskolleg. Zwei weitere folgten in 2017: im CafePlus und im Torfhaus/Westfalenpark, 2018 bei der Flüchtlingshilfe in Bochum und 2019 erneut im Torfhaus/Westfalenpark. Auch eine Auftragsarbeit, einen Beitrag zu einem Kalender, hat er bereits ausgeführt.

Drei Fragen an Flüchtlingsberater Meinolf Steinhofer

Herr Steinhofer, ist Atikur Rahmanns Aufenthalt in Deutschland nun gesichert?
Er hat eine Aufenthaltsduldung und kann seine Ausbildung zu Ende machen. Danach gibt es eine befristete Zeit, in der er einen Arbeitsplatz suchen kann. Bei dem jetzigen Arbeitsmarkt im Pflegebereich dürfte das aber kein Problem sein.

Wie wichtig ist die bildende Kunst für den jungen Mann?
Sie ist ein großes Stück Lebensqualität, auch wenn er damit seinen Lebensunterhalt nicht finanzieren kann.

Ist dieses Interesse an Kunst häufig bei Flüchtlingen?
Nein, die meisten wollen vor allem arbeiten und unabhängig von Leistungen des Staates leben. In meiner Arbeit kann ich nur Chancen aufzeigen, sozusagen zeigen, wo es offene Türen gibt. Ob die Hilfesuchenden die Klinke in die Hand nehmen und hindurchgehen, entscheiden sie selbst.

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