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Gelebte Inklusion- Mourad Louloud berät blinde Flüchtlinge

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Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung als kompetente Fachkräfte zu sehen, das ist für viele eine schwierige Vorstellung. Ein Irrtum, wie das Beispiel von Mourad Louloud zeigt. Der gebürtige Marokkaner ist seit seinem 15. Lebensjahr blind. Mit Hilfe des Integrationsfachdienstes (IFD) Dortmund hat er eine Anstellung als Fachberater für Integration bei der QuikStep GmbH erhalten, wo er blinden Flüchtlingen hilft. Seine Behinderung und sein Migrationshintergrund sind hier keine Vermittlungshemmnisse, sondern Kompetenzen.

Mourad Louloud sitzt am Schreibtisch an seiner Braillezeile. Über sie bedient der 36-jährige den Computer. Parallel dazu erklingt die Sprachausgabe seines Mobiltelefons und liest das Geschriebene vor – in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit und auf Deutsch. Mourad Louloud lächelt. „90-fache Geschwindigkeit, das ist kein Problem für mich, ich verstehe jedes Wort.“ Mit moderner Technik ist es ihm möglich am PC zu arbeiten. E-Mails beantworten, Formulare ausfüllen, Termine koordinieren – funktioniert barrierefrei.

2009 kam Louloud zum Studieren nach Deutschland. Trotz hoher Qualifikationen war es für ihn anschließend dennoch nicht einfach, eine feste Anstellung zu bekommen. Er kam ins Gespräch mit Stephan Gante, Arbeitsvermittler für Schwerstbehinderte bei der Agentur für Arbeit in Dortmund. „Eine intensive individuelle Betreuung ist bei uns leider schwierig, denn jeder Arbeitsvermittler betreut rund 450 Klienten“, räumt Gante ein. Da er aber das große Potential seines Klienten erkannte, hatte Gante die Idee, Louloud an den Integrationsfachdienst Dortmund zu vermitteln. Der IFD unterstützt im Auftrag des Inklusionsamtes Arbeit in Trägerschaft des Landesverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Menschen mit Behinderung bei allen Belangen rund um den Beruf.

Seine Beraterin beim IFD wurde Ulrike Flaspöhler: „Die Zusammenarbeit hat Spaß gemacht, denn er ist sehr zielstrebig und engagiert. Ein Blinder, mit Blick nach vorn – wenn man das so sagen kann.“ EineVermittlung war trotzdem zunächst schwierig: „Ohne genauer hinzusehen haben viele Arbeitgeber direkt abgesagt“, so Flaspöhler. Die Barriere im Kopf der Arbeitgeber sei die größte Barriere.

Anders beurteilt das Stefan Wilke, Geschäftsführer der Quikstep GmbH. Mit seinem Unternehmen bietet er individuelle Einzelangebote für Menschen mit Handicap und bietet Schulungen und Seminare an. „Wir fragen nicht, ob es geht, sondern wie es geht“, erklärt er. Mourad Louloud arbeitet hier seit einigen Monaten in der Beratung und ist sehr zufrieden. „Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, Menschen mit Handicap in die Arbeitswelt zu integrieren. Es braucht vor allem die Bereitschaft seitens der Arbeitgeber etwas auszuprobieren und Wege zu finden“, so Ulrike Flaspoehler. Der IFD bietet übrigens auch Beratung für Arbeitgeber an, die eine geignete Arbeitskraft suchen und informiert über Zuschüsse und besondere Hilfen.

Kontakt:

Ulrike Flaspöhler
Franzsikanerstr. 3
44143 Dortmund

Tel. 0231 589784-12
E-Mail:ulrike.flaspoehler@caritas-dortmund.de

Foto (v.l.): Stefan Wilke, Ulrike Flaspöhler, Mourad Louloud, Stephan Gante, Torsten Stern (IFD)

Fotos: Caritas Dortmund

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