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Leben retten und nebenbei Gesellschaftsspiele erfinden

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Das Handy klingelt. Thomas Spitzer ist sofort hellwach. Denn jetzt muss es schnell gehen. Der Mitarbeiter des Caritas-Hausnotrufdienstes bekommt erste Informationen. Eine ältere Dame aus Brackel ist gestürzt, kommt alleine nicht mehr auf die Beine. Für Thomas Spitzer und seine Kollegen ist das Routine. „50 Prozent der Einsätze im Monat sind Stürze.“ Der Caritas-Mitarbeiter kann in diesem Fall einen Schlüssel für die Wohnung nutzen. Er eilt los, erreicht die Wohnung. Die Gestürzte hat sich inzwischen von dem ersten Schrecken erholt. Spitzer untersucht, ob sie offene Wunden oder andere Verletzungen hat. Schnell wird klar: Diesmal ist alles gut gegangen.

Auf dem Rückweg erklärt Thomas Spitzer das Prinzip des Hausnotrufs. Jeder, der den Service in Anspruch nehmen will, mietet ein technisches Gerät. Dieses stellt die Verbindung zur Zentrale her, die den Notruf entgegen nimmt. Um den Hals oder Arm tragen die Kunden einen roten Knopf, den sie im Notfall drücken. Damit können sie schnell Hilfe rufen – oft bevor es zu spät ist.

Neben der Arbeit gibt es noch eine andere Leidenschaft, der der Dortmunder frönt – Gesellschaftspiele. Er spielt allerdings nicht nur das, was sich andere ausdenken, sondern hat bisher drei eigene Spiele entwickelt und veröffentlicht. „Man muss schon ein Faible dafür haben und kreativ veranlagt sein“, sagt Spitzer und öffnet eine schwarze Schachtel. Unzählige Pappschildchen, Holzfiguren und andere Utensilien kommen zum Vorschein. „Ruhrschifffahrt 1969 – 1890“ steht auf dem Karton. „Mich interessieren historische, regionale Themen.“ Die Idee für seinen Erstling kam Thomas spitzer 2005 eher zufällig. „Damals habe ich in Bochum gelebt.“ Die Ruhr floss nicht weit entfernt und dort entdeckte er eine Hinweistafel, die über den Transport von Kohle über den Fluss informierte. Das Thema ließ ihn nicht mehr los, Spitzer begann zu recherchieren. „Es gab damals auch wenige Spiele  mit regionalen Themen.“ Der angehende Autor sah eine echte Chance.

Es begann eine lange Zeit des Tüftelns, unzählige Proberunden folgten. Durch den Bochumer Verein „Hippodice Spieleclub“, der jährlich einen Wettbewerb für die Entwickler von Gesellschaftsspielen organisiert, kam der Caritas-Mitarbeiter schließlich in Kontakt mit Verlagen. Denn „Ruhrschifffahrt“ überzeugte als bestes abendfüllendes Spiel. 2012 erschien es zur Spielemesse in Essen – und war sofort am zweiten Tag ausverkauft.

Beflügelt von dem Erfolg entwickelte er sein zweites Spiel. „Kohle und Kolonie“ hat die Entwicklung von kleinen Zechen zu großen Verbünden zum Thema. Als im Internet das Gerücht aufkam, Thomas Spitzer wolle eine Trilogie über die Kohle und das Revier veröffentlichen, sah sich der Autor etwas unter Zugzwang. Doch auch diese Herausforderung meisterte er. Mit dem „Haspelknecht“ ging es zurück zu den Anfängen des Bergbaus, als Grubenwasser noch von Hand heraufgezogen wurde. Das ganze verkaufte sich so gut, dass sogar eine zweite Auflage veröffentlicht wurde.

Glücksritter sind allerdings nicht seine Zielgruppe.  Denn bei Spitzers Spielen stehen Strategien im Mittelpunkt. Eine Partie kann schon mal drei Stunden dauern. Dennoch war ein Verleger aus den USA so begeistert, dass er zwei Spiele auch dort veröffentlichte. Und Ideen für weitere hat der Caritas-Mitarbeiter. „Das ist ein guter Ausgleich zu meiner Arbeit.“

Alle Informationen zum Hausnotruf erhalten Sie bei Ralph Horstmann, Tel.:(0231) 187151 – 200, hausnotruf@caritas-dortmund.de

Fotos: Wolfgang Maas

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