Caritas Dortmund

„Hier fühle ich mich sicher“

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Für die Verantwortlichen von Alten- und Pflegeheimen ist die Corona-Zeit eine heikle Gradwanderung. Auf der einen Seite sollen die Bewohnerinnen und Bewohner am alltäglichen Leben – soweit es die Pandemie-Auflagen erlauben – teilhaben können. Auf der anderen Seite leben in den Einrichtungen Menschen, die besonders gefährdet sind. „Wir dürfen uns das Virus nicht ins Haus holen“, betont Stephan Schaeper, Leiter des Caritas-Altenheims St. Antonius in Dortmund-Huckarde. Doch wie erlebten die Bewohnerinnen und Bewohner diese Zeit? Margarete Kloth (86) reagiert im Interview sehr verständnisvoll.

Frau Kloth, sie sind Vorsitzende des Heimbeirates in St. Antonius. Wie haben Sie den Beginn der Corona-Einschränkungen erlebt?
Als das aufkam mit dem Virus hat unsere Geschäftsführung gleich Vorsichtsmaßnahmen eingerichtet, von Anfang an. Ich habe das sehr begrüßt. Wäre das nicht geschehen, sähe es im Haus anders aus.

 

Das bedeutete aber auch für alle Bewohnerinnen und Bewohner, dass sie in ihren Zimmern bleiben mussten…
Keiner ging raus, keiner ist reingekommen. In der ersten Zeit waren wir auch ganz brav (schmunzelt).

 

Dennoch war das eine große Belastung. Gab es auch Bewohnerinnen und Bewohner, die sich wehrten?
Einige haben gejammert, dass sie sich langweilen. Aber ich habe mich immer beschäftigt bekommen. Ich sage auch jedem, dass er Abstand halten soll.

 

Wie haben Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in St. Antonius während der Corona-Pandemie erlebt?
Alle Abläufe im Haus wurden geändert. Es war für sie mehr Aufwand. Sie lebten draußen auch vorsichtig, um Corona hier nicht reinzubringen. Die Masken sind für sie nicht angenehm, muss aber sein. Alle waren sehr freundlich.

 

Es durften auch keine Gottesdienste stattfinden. Wie schlimm war das für Sie?
Für die gläubigen Menschen war das sehr hart. Zum Glück gingen Ordensschwestern an Feiertagen in die Zimmer und verteilten die Kommunion. Pfarrer Ortwald hielt einen sehr engen Kontakt. Auf Wunsch gab es auch Telefonate mit ihm.

 

Haben Sie selbst Kontakt zu ihren Angehörigen?
Ich telefoniere jeden Tag mit meinen Kindern. Sie sind sehr vorsichtig. Ob sie mich besuchen wollen, müssen sie selbst entscheiden. Manche Angehörige machen die Bewohner aber auch nervös. Sie sagen: Das ist draußen jetzt erlaubt, und das ist erlaubt… Da wird man unvorsichtig.

 

Wie sehen Sie selbst die Lockerungen im Bezug auf Besuchszeiten?
Ich bin gar nicht dafür. Hier im Haus fühle ich mich sicher. Draußen hätte ich Angst.

 

Foto: Heiko Maas

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